2012-01-15

Neuseeland 4

Neuseeland 4, Zweite Rundreise

15. 01. - 2.02.2012

Sonntag, 15.Januar 2012: Opua – Kerikeri
Pünktlich wie ein Deutscher holt uns Andreas von der AKKA um 9h ab und bringt uns an Land. So können wir unser Dinghy auf der MABUHAY lassen, wo es am besten aufgehoben ist.
Um 10h sind wir in Kerikeri beim Häuschen von Anne und Werner. Zusammen fahren wir in Werner's Auto durch Kerikeri zum Ausgangspunkt der Wanderung zu den Rainbowfalls. Ein Weg dauert eine Stunde und ist ganz bequem und gemütlich zu erwandern. Und der Wasserfall ist wirklich gewaltig. Da haben wir schon ganz andere gesehen, die nur so müde vorsichhintröpfelten. Ein paar ganz verwegene junge Frauen schwimmen in dem Eiswasser vor dem Wasserfall herum!!!.
Mit Blick auf den Wasserfall und dessen Gischt spürend, essen wir unser Picknick; Cervelas und Baguette. Nun wandern wir den gleichen Weg wieder zurück, den wir gekommen sind. Überall hat es wunderschöne blühende Blumen. Beim Stone House, aus dem Jahre 1822, trinken wir ein wohlverdientes kühles Bier. Die Sonne brennt nun nämlich ganz heftig vom Himmel herunter.
Zurück im Häuschen von Anne und Werner gibt es warmen Apfelstrudel mit Vanilleglacé und Kaffee,...mmm, yammi, yammi!
Zum Abendessen gibt es riesige Beef-Steaks vom Grill, Kartoffeln, gemischten Salat und wieder Glacé.
Weil die Holzkohle irgendwo aus Französisch Polynesien partout nicht so richtig brennen will, dauert es halt ein wenig länger, bis die Steaks gebrutzelt sind. Es ist schön und gemütlich und wir geniessen den Abend zu viert.
Wir übernachten auf dem Parkplatz vor dem Häuschen.

Montag, 16.Januar 2012: Kerikeri – Rarawa Beach
Die Sonne scheint. Anne hat uns fein säuberlich ein gutes Frühstück hingestellt. Um 9h fahren wir los in den Ort Kerikeri. Wir müssen zur Bank. In Waipapa müssen wir notfallmässig einen neuen Fotoapparat kaufen. Der Akku an unserem alten Apparat macht trotz eben erfolgter Aufladung keinen Wank mehr. Ein neuer Akku würde 120$ kosten. Der neue Fotoapparat kostet 283$ inclusive einer 4 GB Speicherkarte. Und eine neue blaue Blache müssen wir auch noch besorgen. Die alte hat Werner. Die Gummizüge dazu haben wir auf der MABUHAY vergessen und müssen auch noch gesucht werden.
Und nun können wir endlich nordwärts auf Erkundungstour fahren. In Mangonui essen wir am Meer unser Picknick. Dabei müssen die anwesenden Möwen als Models dienen, um den neuen Fotoapparat zu testen und ein wenig kennen zu lernen. Jetzt haben wir das einigermassen im Griff und können weiter Richtung Awanui. Wir machen einen Abstecher an den 90 Miles Beach, zum Waipapakauri Beach, an der Tasmansee. Dort lernen wir am Strand ein Schweizer-Ehepaar kennen, vom Bodensee. Die sind hier in den Ferien und der Bruder der Frau ist auch mit einem Schiff unterwegs so wie wir. Den werden sie in Auckland treffen und mit ihm ein wenig segeln. Hier auf diesem 90 Miles Beach dürfte man eigentlich die ganze Strecke bis fast zum Cape Reinga mit den Autos auf dem Strand fahren. Aber wir finden das nicht nötig und lassen es deshalb sein.
Um 15h sind wir schon wieder auf der Pazifikseite, der etwa 110km langen nördlichsten Halbinsel von Neuseeland. Auf dem DOC (Departement of Conservation) - Camping von Rarawa Beach stellen wir den Popey ab und montieren die blaue Blache daran. Das ist gar nicht so einfach, ohne Werner's Auto! Aber irgendwie schaffen wir es doch noch und machen danach einen Spaziergang zu den wunderschönen blendend weissen Sanddünen. Wir schauen zu, wie die harten Kiwis das eisige Wasser und die brandenden Wellen geniessen. Die Sonne brennt heiß auf den Strand. Aber sobald abends die Sonne weg ist, wird es ziemlich kalt.
Abendessen auf unserem Gaskocher: gekochten Chabis, Salzkartoffeln, Rauchwurst.

Dienstag, 17.Januar 2012: Rarawa Beach - Ahipara
9h15 los. Total bedeckter Himmel. Wir fahren weiter nordwärts, bis zum Cape Reinga, dem nordwestlichsten Zipfel von Neuseeland. Die Sonne scheint wieder. Wir laufen gemütlich zum schönen Leuchtturm am Ende der Halbinsel. Hier ist der Ort, wo die Seelen der verstorbenen Maoris in die Ewigkeit eingehen. Hier ist auch der Punkt, wo die Wellen der Tasmansee und die Wellen des Pazifiks aufeinander treffen. Heute ist das Meer sehr ruhig und trotzdem sieht man das sehr gut.
Wir fahren wieder südlich zurück, zu den riesigen Te Paki Sanddünen an der Tasmansee. Jung uns alt amüsieren sich hier, mit kleinen Surfbrettern die gewaltigen Sanddünen hinunterzuschlitteln. Aber so richtig schnell laufen die Bretter nicht. Wir klettern schnaufend auf die Dünen hinauf und spazieren ein wenig herum. Danach, wieder unten, essen wir vor dem Auto unser Picknick und schauen dem lustigen Schlitteltreiben zu. Die Sanddünen sind einmalig schön. Sie erinnern uns sehr stark an die Wüste von Tunesien, nur ist der Sand hier weiss und nicht rötlich.
Auf dem Rückweg zur Hauptstrasse treffen wir wieder auf die Schweizer, die wir gestern kennen lernten. Mitten auf der Strasse halten die beiden Fahrer an und wir machen ein Schwätzchen. Weiter geht es wieder auf die Pazifikseite. Wir wollen eigentlich zum allernördlichsten Punkt von Neuseeland, aber wir finden den richtigen Weg nicht, oder es gibt gar keinen. Aber die Gegend die wir so „erfahren“ ist sehr schön, auch wenn es auf dieser „gravelroad“ (ungeteerte Strasse) nur so staubt. Beim Kapowairua Camp, in der Spirits Bay, spazieren wir zum Strand. Und wer ist schon wieder da??? Ja genau, die beiden Schweizer vom Bodensee. Jetzt erfahren wir, dass sie Ursula und Peter heissen. Hier an diesem Strand sehen wir die allerschönsten Wellen für Surfer.
In Kaitaia kaufen wir bei einem Autoabbruch einen Wagenheber, weil „Popey“ nämlich keinen besass. Ahhh, jetzt ist meinem Chauffeur wieder sehr viel wohler....
In Ahipara beziehen wir unser Nachtquartier auf dem von Maoris geführten Kawanga Camp. Das Aufspannen der blauen Blache geht heute schon fast professionell, auch ohne Werner's Auto.
Die Lage dieses Camps wäre wunderschön! Direkt am supertollen Sandstrand der Tasmansee, wo aber wieder Autos darauf herumfahren. Wozu ist das gut? Wir machen einen langen Strandspaziergang und duschen danach kalt in einer grausligen, verdreckten Dusche.
Abends scheint herrlich die Sonne.
Abendessen; Gschwellti, Chabissalat, Briekäse.

Mittwoch, 18.Januar 2012: Ahipara – Puketi Forest
Um 10h30 verlassen wir den Campingplatz mit der schönsten Lage und Aussicht, aber den schlechtesten und schmutzigsten Duschen und Toiletten. Und die Gebühren sind nicht etwa billig (20$ /2 Personen, sonst meistens 14$) !
Vor der Abfahrt quatschen, wir bei herrlichstem Sonnenschein, lange mit Samuel und Micha, mit ihrer 1-jährigen Tochter Ava. Die drei kommen aus Winterthur und arbeiten bei „„ im Catering-Service.
Wir fahren ins Landesinnere. Weil „Popey“ Benzin braucht, und weit und breit keine Tanke zu sichten ist, fahren wir an unserem Nachtcampplatz vorbei bis zur Stadt Kaikohe. Wir tanken und machen beim Supermarkt Countdown einen kurzen Einkauf. Danach geht es wieder den gleichen Weg zurück zum Puketi Forest Pool Camping von DOC. Ahhh, ist das schön hier. Um 14h15 kommen wir hier an und picknicken erst mal. Nach diesem späten Picknick rasiert sich Paul im eiskalten Fluss. Die Sonne scheint. Wir sitzen in unseren Klappstühlen am Fluss und geniessen einfach nur die herrliche Sonne. Wir haben das Auto direkt unter einem riesigen Baum parkiert und weil heute der erste wirkliche Sommertag in diesem New Rainland ist, bekommt „Popey“ keine blaue Blache.
Auf diesem Camp gibt es kein fliessendes Wasser, d.h. doch schon, das im Fluss.
Abendessen; Bratkartoffeln mit viel Zwiebeln, heisse Schweinswürstli und zum Dessert gute neuseeländische Aprikosen.

Donnerstag, 19.Januar 2012: Puketi Forest – Trounson Kauri Park
9h los, Sonne! Nun besuchen wir den Wairere Boulders Park von den Zürcher Schweizern Rita und Felix Schaad. .Die beiden wohnen seit 29 Jahren hier und haben diesen Park selber aufgebaut. Wir wandern 2 Stunden in diesem zauberhaften Gelände herum. Ein grosses Bravo an Rita und Felix! Was die hier geleistet haben ist einfach toll. Unter anderem haben sie in 4 Jahren 26 Holzbrücken gebaut. Alle Achtung. Hier ist es einfach nur schön! Wir sind beide ganz fasziniert. Zum Abschied erhalten wir noch viele gute Tips von den zweien für unsere Weiterreise. Liebe Cousine Alexandra, herzlichen Dank für diesen tollen Tip mit den Wairere Boulders! Ohne Dich wären wir niiiiie dahin gekommen.
Nach dem Mittagspicknick schauen wir uns die Kouto Boulders an. Kugelrunde Steine die am Kouto Strand herumliegen. Zwischen Hokianga und Dargaville fahren wir durch 18km Kauriwald. Wir spazieren zum „Tane Mahuta“ (Gott oder Herr des Waldes), dem grössten und einem der ältesten Kauribäume. Er ist 51 m hoch und 1200 – 2000 Jahre alt, wer weiss das schon? Aber enorm imposant! In diesem Waipua Kauri Forest stehen 3/4 aller noch existierender Kauribäume Neuseelands. Etwa 4 km weiter stehen die „four sisters“, zu denen wir auch noch pilgern. Die „four sisters“ sind 4 Kauribäume, die kerzengerade, im Viereck, ganz nah beieinander stehen.

Tane Mahuta - God of the Forest
Dieses Exemplar weist eine Gesamthöhe (mit Krone) von 51,5 Metern bei einem Stammumfang von 13,8 Metern auf. Die Stammhöhe vom Erdboden bis zum Kronenansatz beträgt 17,70 Meter, das Stamm-Volumen 244,5 m³.

Das Alter des Tane Mahuta wird auf zirka 2000 Jahre geschätzt, womit er der älteste (bekannte) Kauri ist. In Neuseeland gibt es allerdings einheimische Führer, die von einem noch älteren Baum erzählen, der aber zu seinem Schutz nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll.

Das Trounson Kauri Park Camp finden wir über „gravelroad“ und einigem Suchen um 18h. Nach all den ungeteerten Strassen die wir heute gefahren sind, freuen wir uns unsäglich auf die warmen Duschen! Ahhh, das geniessen wir aber jetzt! Dieser Camp ist von DOC (Departement of Conservation), kostet 20$ für 2 Personen und hat eine Küche mit allem was es braucht , sauberen Toiletten und heissen Duschen.
Das Abendessen kochen wir heute in der Küche. Es gibt Reis mit roten Bohnen und viel Parmesan darüber.
In der Küche lernen wir eine Schweizerfamilie mit 3 herzigen Kindern (6 und 5Jahre und 15 Monate alt). Die kommen aus Aeschi bei Spiez, unserem Heimatort.
Nach dem Abendessen machen wir mit der Familie einen 1-stündigen Waldspaziergang. Hier in dem Wald soll es Kiwi-Vögel geben. Aber natürlich sehen wir keinen! Wir sind viiiiel zu laut! Bevor man in den Wald geht und wenn man wieder herauskommt, muss man bei einem Gatter mit einem Spray die Schuhe desinfizieren, weil die Kauribäume so empfindlich sein sollen.
Wir sehen wieder ein paar imposante Kauriveteranen.

Freitag, 20.Januar 2012: Trounson Kauri Park – Whangaparaoa
9h25 los bei Sonne. Dargaville, ist die Hauptstadt der Kumara, der Süsskartoffel.

Die Süßkartoffel, auch Weiße Kartoffel und Knollenwinde genannt, ist eine Nutzpflanze, die zu den Windengewächsen gehört.

Sie ist eine mehrjährige krautige Pflanze, deren fleischige, unterirdische Wurzelknollen sich ähnlich der Kartoffel verdicken. Da dieses Stärke-Speicherorgan der Batate eine Wurzelknolle ist, hat sie (anders als die Sprossknolle der Kartoffel) keine "Augen". Die Knolle ist dick und knollenartig und von leicht mehliger Konsistenz. Das Innere ist weißlich oder gelblich bis rotviolett überlaufen, je nach Sorte, und hat einen süßlichen Geschmack. Auch die Schale kann je nach Sorte eine unterschiedliche Farbe haben. Der oberirdische Teil der ausdauernden Pflanze sind niederliegende Sprosse, die Triebe kriechen buschig auf der Bodenoberfläche. Die für eine Nutzpflanze sehr schönen großen Blüten sind trichterförmig, die Farbe ist abhängig von der Sorte.

Hier machen wir einen Stopp um Brot zu kaufen. Wir finden mal wieder nur Gummibrot! Aber dabei sehen wir auch noch den heutigen Aktionspreis für 10 kg Kumara: 10$ (= ca. 7.50 SFr.) Aber ich mag sie nicht, sie sind für mich viel zu süss.
In einem Computerladen gehen wir 15 Minuten ins Internet, um die neusten News von zu Hause zu erfahren. Das kostet 3$, nicht schlecht 12$ pro Stunde, oder?
Die Kiwis spinnen ein wenig mit ihren Vehrkehrstafeln. Z.B. steht 20 m vor einem Stopp-Schild eine 100km Geschwindigkeitstafel ?! Solches haben wir mehrmals gesehen.
In Maungaturotu tanken wir und danach will „Popey“ nicht mehr beschleunigen. Wir fahren zurück zur Tanke und mein Mechaniker kontrolliert diverse Kabel. Er findet ein Zündkabel das scheinbar irgendwo gescheuert hat.
Nach dem Picknick an der Sonne geht es weiter über Wellsford und Warkworth an die Ostküste. Im Mahurangi Regional Park ist der Campingplatz voll besetzt. Wir fahren weiter. Beim Kiosk, wo man die Tunnelgebühr bezahlen muss, streikt „Popey“ wieder. Das Zündkabel sei zu kurz, sagt mein Mann, aber er kann es richten, dass wir weiter können. Auch der Wenderholm Camp und der Wairewa Camp sind ausgebucht (es sind Schulferien). In Whangaparaoa, auf dem Pinewoods Motor Park gibt es aber noch ein freies Plätzchen für uns. Als wir Leute fragen, wo den der Camping sei, stellt sich heraus, dass diese Leute beim Sohn zu Besuch sind. Sie sind Schweizer und kommen aus Reinach (BL), da wo ich geboren und aufgewachsen bin. Um 15h20 sind wir im Camp und bekommen Platz Nr. 13, und das an einem Freitag. Ein sehr schöner und sauberer Campingplatz. Es sieht bedrohlich nach Regen aus und so stellen wir wieder mal unser Blachenzelt perfekt auf. Aber es regnet nicht. Wir spazieren an den Strand und schauen zu, wie die Kleinen vom Red Beach Surfclub Wellensurfen lernen. Einige schlottern ganz erbärmlich.
Und wir beide haben ganz zerstochene Knöchel von den Sandflies, den elendigen. Mistviecher!
Wir telefoniere mit Cousine Alex in Auckland und kündigen unseren Besuch für morgen Nachmittag an.

Samstag, 21.Januar 2012: Whangaparaoa – Miranda
9h25 los, bewölkt. Vorbei an der Snowplanet Skihalle und an der Indoor Go Kart Halle. Nach 20 Minuten bockt „Popey“ wieder. Und das natürlich auf dem Highway Nr.1! In Auckland kaufen wir 5 neue Zündkabel. Vorher musste Paul die alten verrosteten ausbauen, als Muster. Auf dem Parkplatz eines Countdown Supermarktes montiert er die neuen Zündkabel. Und weil gerade Mittag ist, essen wir beim Pizza Hut Pommes und Pouletflügeli. Kaum sind wir ein Stück durch die Stadt gefahren, macht „Popey“ schon wieder Fisimatenten. Auf dem Parkplatz eines Gartencenters kontrolliert Paul jetzt den Vergaser und durchlüftet ihn. Ich hole mir unterdessen einen Becher voll Kaffee im Gartencenter. O.K. „Popey“ hat sich überreden lassen und fährt wieder. Um Punkt 14h sind wir vor dem schönen Häuschen von Alexandra und Martin. Es ist niemand zu Hause. Aber Martin hat heute morgen versucht uns anzurufen und wir rufen jetzt zurück. Er kommt umgehend nach Hause, um uns das kleine Läptöpli auszuhändigen, das die beiden für uns aus der Schweiz nach Neuseeland transportiert haben. Merci noch einmal vielmals an den Sender und an die Transporteure! Um 15h fahren wir weiter. Der erste Campground ist voll besetzt, der 2. hat noch freie Kapazität. D.h. für EINE (1) Person wäre noch Platz!!!!!!!!! Und der 3. ist überhaupt nicht zugänglich. Tja, Hochsaison! Aber beim 4. gibt es noch ein (Gratis)-Plätzchen für uns, direkt am Strand mit Millionen von Muscheln und lustigen Vögeln, die mit ihren langen Schnäbeln in den Muscheln herumstochern. Sie stolzieren am Strand hin und her und wenn einer etwas Gutes gefunden hat wird darum gestritten.
Es ist 17h als wir da ankommen, in der Nähe von Miranda. Es hat schon ganz viele Camper die hier aufgereiht stehen. Es ist ein herrlich schöner Sonnenabend.
Abendessen; Schweinsplätzli, Chabissalat und Brot.

Sonntag, 22.Januar 2012: Miranda – Whangamata
9h10 los, leichter Regen. In Te Aroha machen wir einen Tankstopp, 1 Liter Benzin kostet hier 2.12$ (ca. 1.60 SFr.), wir haben auch schon mehr bezahlt.
Dieser Ort Te Aroha hat einen Preis gewonnen für den saubersten Ort. Wir können das nur bestätigen. Inzwischen regnet es richtig! Zufällig geraten wir an ein Go Kart Rennen. Das Rennen wird unterbrochen, die Bahn ist zu glitschig. Wir gehen jetzt zu Fuss zum Geysir Moneka. Er soll alle 40 Minuten spucken. Und tatsächlich, nachdem wir etwa 20 Minuten gewartet haben, grummelt es und Dampf und heisses Wasser schiessen immer höher aus dem Loch. Ich habe das Gefühl, der wird mit einer Zeitschaltuhr ausgelöst. Touristennepp???
Nicht weit davon entfernt liegen die Outdoor Pools. Wir sitzen im strömenden Regen im 31° warmen Wasser und lassen es uns gut gehen. Und anschliessend essen wir, weil es so saumässig giesst, im Palace-Hotel das 10$ Tagesmenü. Mmmm..., feinen Schweinebraten mit Sauce, gebackene Kartoffeln, Erbsen, Rüebli, Bohnen und Kürbis, alles schön heiß und sehr gut. Das Hotel sieht aus als ob John Wayne gleich mit seinem Gaul um die Ecke reiten und an der Bar einen doppelten Whisky bestellen würde.
In Paeroa steht eine 7m hohe Flasche als Wahrzeichen an der Hauptstrasse. Die haben hier irgendwann Anfangs 1900 einen Softdrink (Mineralwasser mit einem Zitronenschnitz) erfunden, den L&P (Lemon&Paeroa).Heute wird der Drink von Coca Cola hergestellt.
In Waihi schauen wir uns ganz kurz von aussen die Martha Gold-und Silbermine an. Es schüttet in Strömen und wir sind sofort tropfnass. Hier wurde im Jahre 2006 ein grosses historisches Pumpenhaus von 1907, das einzustürzen drohte, um 300m gezügelt.
Bei Whangamata, auf der Coromandel-Halbinsel, im DOC-Camp Wentworth, stellen wir um 15h30 unser Camp auf, diesmal mit blauem Vorzelt, schön versteckt unter Bäumen. Es regnet nämlich immer noch heftig.
Abendessen; heisse Suppe und heissen Tee.
Nach dem Essen machen wir in einer Regenpause einen langen Spaziergang dem kleinen Fluss entlang, zu einem Pool, wo die Jungen von einem Baum ins kalte Wasser springen.

Montag, 23.Januar 2012: Whangamata – Coromandel – Papa Aroha
9h15 los. Es ist kaum zu glauben, nach dem gestrigen Regentag jetzt strahlend blauer Himmel, wie unsere Blache! Toll!
In Whangamata müssen wir dringend ins Internet, da wir ein wichtiges Papier einscannen und nach Hause senden müssen. Whangamata ist ein schöner Badeort.
Bei Tairua werden wir Zeugen, wie ein grosser Wald maschinell abgeholzt wird. Wow, das geht ruckzuck! Sofort wird wieder mit der Pinus radiata aufgeforstet und in etwa 35 Jahren kann man von Neuem wieder alles razfaz umhauen!

Die Monterey-Kiefer (Pinus radiata) ist eine Nadelbaum-Art aus der Gattung der Kiefern.
Das natürliche Vorkommen der Monterey-Kiefer beschränkt sich auf ein sehr kleines Gebiet um Monterey in der Küstenregion Kaliforniens. Dass ihr die klimatischen oder die Bodenbedingungen im Gebiet um Monterey nicht besonders liegen, schließt man aus dem Umstand, dass diese Kiefer dort eine relativ normale
Wachstumsgeschwindigkeit aufweist. Beim forstwirtschaftlichen, kommerziellen Anbau vor allem in Neuseeland, Chile, Südafrika und anderen Ländern (auch kleinere Bestände in Europa) hat sie sich dagegen als die schnellwüchsigste aller etwa 115 Kiefernarten überhaupt erwiesen. An vielen dieser „neuen“ Standorte zeigt sich die Montereykiefer zudem als anspruchslos gegenüber Bodenbeschaffenheit und Sommerfeuchtigkeit. Bäume in Neuseeland erreichen bereits im Alter von 40 Jahren eine Höhe von 60 m und Zuwachs im Querschnitt von 20-30 mm pro Jahr. In Deutschland ist die Montereykiefer dagegen nicht genügend winterhart.

Aufgrund ihres schnellen Wachstums wurde die Monterey-Kiefer nach Bränden in einigen Waldstücken der Mittelmeerregion zur schnellen Aufforstung und als rascher Schutz gegen Erosion gepflanzt. Auch in Südafrika und Australien wurde sie zur Aufforstung eingesetzt. In Neuseeland zur kommerziellen Holzgewinnung.
Die Monterey-Kiefer erbringt im forstlichen Anbau den vier- bis fünffachen Holzertrag gegenüber der Gemeinen Kiefer.
Sie liefert ein mittelgutes Nutzholz, das seine hauptsächliche Verwendung für Verpackungszwecke (Paletten u.ä.), Papier und Zellstoff findet.

An der Ostküste, also an der Pazifikseite, essen wir am Strand, am Hot Water Beach, unser Picknick. Hier kann man eine Schaufel mieten (wir haben natürlich einen Schweizer-Militär-Schanzknochen im Auto!), am Strand ein Loch buddeln und sich dann ins warme Wasser setzen. Eigentlich wollten wir das auch machen, aber es hat bestimmt schon 50 Leute, oder mehr, die hier wild herumgraben. Und ausserdem haben wir nicht den Nerv, die richtige Stelle am Strand zu finden, wo dann auch wirklich WARMES Wasser kommt. Wir schauen etwa eine Stunde lang dem Gebuddle zu und kaufen uns dann im Shop eine Glacé. Hier treffen wir wieder auf ein Schweizerpärchen aus Merzligen (BE) und quatschen kurz mit ihnen.
Wir fahren weiter und queren die Halbinsel um auf die Westküste der Halbinsel zu gelangen. Im Ort Coromandel fragen wir auf dem Camping nach den Kosten. 40$ für 2 Personen plus Duschen. Wir lehnen dankend ab und sagen: „Too much!“ Zwischen Coromandel (14 km nach Coromandel) und Colville finden wir einen wunderschönen Campground, den Holiday Park Papa Aroha, direkt am Meer. 28$ /zwei Personen, incl. Duschen. Es ist herrlich sonnig und wir geniessen es richtig. Wir waschen eine Maschine Wäsche und kochen in der Küche zu Abend.
Sobald die Sonne weg ist, weht ein saukalter Wind vom Meer her. Wir drehen das Auto um, damit wir windgeschützter sind. Aber sonst ist dies ein toller Campingplatz, sogar mit einem kleinen Shop.
Abendessen; Beefsteaks mit viel Zwiebeln vom Grill, Kartoffeln/Rüebli zusammen gekocht, grüner Salat mit Tomaten.

Dienstag, 24.Januar 2012: Papa Aroha – Port Jackson
9h30 los. Superschöner Sonnenschein! Wir erleben eine wunderschöne Fahrt entlang der Westküste der Coromandel-Halbinsel. Wir fahren etwa 30 km auf staubender „gravelroad“bis zum äussersten Zipfel der Halbinsel. Schon um 11h30 ist unser Nachtlager auf dem DOC Campground Port Jackson fix und fertig aufgestellt. Hier, direkt am Meer ist es einfach enorm schön. Und lustigerweise treffen wir hier wieder auf die Schweizer aus Winterthur, Micha und Samuel, mit der kleinen Ava.
Paul ist sehr mutig und springt, nachdem wir nun schon 2 Monate in Neuseeland sind, noch vor dem Mittagessen erstmals ins eiskalte Meer. Aber er ist auch sehr schnell wieder draussen! „Affenkalt!“meint er. Am Nachmittag machen wir eine lange Strandwanderung und klettern viele Treppenstufen auf einen Hügel hinauf, um die gewaltige Aussicht auf die tolle Bucht zu geniessen. Auf dem Rückweg sehen wir ein kleines Vögelchen, so eins, das später mal in den Muscheln herumstochert, ein Austernfischer. Das Kleine wird von seinen Eltern mit schrillen Tönen bewacht oder verteidigt.

Ausgewachsene Austernfischer erreichen eine Körperlänge von 40 bis 45 Zentimetern und sind damit in etwa so groß wie Raben und Krähen. Zum unverwechselbaren Erscheinungsbild des Austernfischers tragen vor allem der lange, orangerote, seitlich etwas abgeflachte Schnabel und das schwarzweiße Körpergefieder bei. Rot sind außerdem die Beine und Füße sowie die Augen.

Austernfischer sind sehr ruffreudige Vögel. Das laute und schrille quiéwiehp ist der für sie typische Kontaktruf. Am Brutplatz lassen sie außerdem ein gellendes qui qui qui qui erklingen. Dies steigert sich gelegentlich zu einem lärmenden, schrillen Trillern, das auf- und abschwillt. Es wird auch als Pfeif- oder Trillerzeremonie bezeichnet und tritt besonders häufig auf, wenn sich Nachbarn oder revierlose Austernfischer zu sehr den Grenzen des Brutreviers nähern. Dabei gehen einer oder beide Brutvögel dem eindringenden Vogel mit gesenkten und leicht geöffneten Schnäbeln entgegen, wobei sie in hohen Tönen trillern und pfeifen und sehr erregt wirken.

Wie eine Reihe anderer bodenbrütender Vogelarten auch, versucht der Austernfischer sich dem Nest nähernde Bodenfeinde durch Verleiten wegzulocken. Kommt ein möglicher Beutegreifer nicht zu überraschend dem Nest nahe, stiehlt sich der brütende Vogel möglichst unauffällig und unter Ausnutzen der Deckung davon, um den Räuber durch Scheinbrüten oder das Simulieren von Verletzungen vom Nest wegzulenken. Kommt Weidevieh wie Schafe oder Kühe dem Nest zu nahe, verteidigt der Austernfischer sein Nest oder seine Brut, indem er gegen diese Tiere hackt.

Den Rest des Nachmittages verbringen wir lesend oder mit den Winterthurern quatschend. Heute ist es sehr heiß. Eine Entenfamilie watschelt herum und ein Häslein hockt gemütlich im Gras und knabbert an irgendetwas herum.
Zum Abendessen gibt es heute ein Ravioli-Testessen mit viel Parmesan. Die Ravioli sind zwar gut, aber eher knapp. Mit genügend Brot werden wir dennoch irgendwann satt.
Als wir mit dem schmutzigen Geschirr zum Abwaschtrog wollen, lernen wir Walti aus Volketswil kennen. Er will ganz alleine mit seinem Yamaha-Töff durch Neuseeland und Australien reisen.

Mittwoch, 25.Januar 2012: Port Jackson – Miranda
Erst um 9h50 los (so lange mit Walti geschwatzt!), supersonnig.
Kaum sind wir raus aus dem Campinggelände, begegnet uns eine grosse Schafherde, die wir vorbeilassen. Das sind bestimmt 300 Schafe und ein einziges sprichwörtliches schwarzes Schaf dabei! Es ist fast unglaublich! Auf der ganzen Strecke bis Coromandel, ca. 60 km, hat es unendlich viele verknorpelte Pohutukawa-Bäume. Ich kann mich fast nicht sattsehen und möchte am liebsten ALLE fotografieren. Das muss hier im Dezember ein unheimlich schönes Bild sein, wenn alle diese Pohutukawas rot blühen. In Coromandel machen wir einen kurzen Einkaufshalt, wir haben kein Brot mehr. Auf der Weiterreise machen wir ein Picknick an der Sonne und in Thames gehen wir in der öffentlichen Bibliothek (gratis) 30 Minuten ins Internet und trinken einen Kaffee.
Um 16h sind wir wieder in der Nähe von Miranda, an dem langen Muschelstrand, wo wir letzten Samstag schon mal waren, und wo die lustigen Langrotschnabel-Austernfischer-Vögel waren. Nur ist heute KEIN Wasser da. Ganz weit hinaus einfach KEIN Wasser. Wir stellen fest, dass gestern Neumond war und deshalb eine ganz besonders ausgeprägte Ebbe.
Heute hat es auch nicht so viele Camper wie am letzten Wochenende. Wir sitzen lange an der Sonne und lesen. Vor dem Abendessen machen wir noch einen 1½-stündigen Landspaziergang.
Abendessen; Kartoffeln/Rüebli/Rauchwurst, alles in der gleichen Pfanne gekocht. Und das alles direkt am Meer.

Donnerstag, 26.Januar 2012: Miranda - Piha
Ha, als wir aufstehen ist das Wasser wieder da!
Um 9h15 fahren wir weiter. Es ist bewölkt. Wir fahren in die Stadt Auckland und suchen die Firma Euroyacht. Mann, das dauert bis wir die endlich finden! Weil die letzte Ausfahrt vor der Harbour Bridge wegen Bauarbeiten gesperrt ist, fahren wir zweimal über die Brücke. Einmal nordwärts, dort auf der nächsten Ausfahrt wieder zurück über die Brücke in die Auckland City. Inzwischen ist es wieder schön sonnig und warm. Die Firma Euroyacht hat nach unserer Havarie in Samao unser kaputtes Ruder geflickt und es innerhalb einer Woche per Flugzeug wieder nach Samoa geschickt. Judy, die unseren Samoa-Ruder-Fall im Oktober bearbeitet und koordiniert hat, freut sich ungemein, dass wir gesund in Neuseeland angekommen sind. Sie umarmt uns stürmisch! Und dann geht sie mit uns in die Werkstatt und stellt uns Steve vor. Er ist der Mann, der unser Ruder so fachgerecht und schnell repariert hat.
Nun laufen wir zum Viaduct Harbour und essen irgendwo ein Sandwich. Gegen 15h fahren wir weiter. In Titirangi kaufen wir unser Abendessen ein. In Piha, an der Westküste finden wir um 17h30 einen guten Campingplatz an der Tasmansee. Wir spannen ganz schnell die blaue Blache auf und machen danach einen Strandspaziergang zum Lions Rock. Dies ist ein grosser Felsen, der bei Flut im Wasser liegt. Jetzt ist aber Ebbe und wir können weit hinauslaufen. Viele Leute vergnügen sich beim Wellenreiten, obwohl wir finden, dass die Brandung ganz schön heftig ist. Diese Bucht mit dem Felsen mittendrin ist wunderschön!
Abendessen; Rindsplätzli aus der Bratpfanne, Kartoffeln und Rüeblisalat.

Freitag, 27.Januar 2012: Piha – Warkworth (Sheep World)
Um 24h steht Paul auf und befestigt die Blache besser, weil es windet. Weil immer mehr Wind aufkommt, die Blache ziemlich lärmt und es anfängt zu regnen, nehmen wir sie um 02h weg und wursteln sie schnell unters Auto. Dafür schlafen wir dann morgens bis um 9h30! Es regnet zwar nicht mehr, ist aber sehr unfreundlich und windig. Das Frühstück nehmen wir in der Camp-Küche ein. Gegen 10h30 geht es weiter. Durch sehr schönen Farnwald fahren wir Richtung Helensville. Übrigens gibt es in Neuseeland 80 (!) verschiedene Farnarten. Es regnet, nein, es giesst! In Helensville machen wir einen Stopp um einen Kaffee oder heisse Schoggi zu trinken und dazu ein Stück Kuchen zu essen (unser heutiges Mittagessen). Eigentlich wollten wir ja hier in Helensville übernachten. Aber bei diesem Schüttwetter will Paul weiter Richtung MABUHAY. Bei Warkworth richten wir uns direkt neben dem „Sheep World“ (Schafswelt), im Holiday Park ein. Wir haben ein Bad mit Dusche, WC, Lavabo ganz für uns alleine. Das hatten wir noch nie. Nachdem wir unser blaues Regenzelt aufgestellt haben, machen wir uns in der Küche einen Kaffee. Das ganze Camp ist ziemlich skurril, aber liebevoll gestaltet. Den ganzen Tag hat es geregnet wie verrückt und jetzt, um 19h, während wir zu Abend essen, stahlblauer Himmel und Sonne.
Abendessen; Bratwurst, Kartoffeln/ Rüebli.
Viel Lärm von der nahen Haupstrasse SH 1, Nord-Südverbindung.

Samstag, 28.Januar 2012: Warkworth (Sheep World) - Ruakaka
Es ist sehr stark bewölkt und kalt. Um 11h sind wir in der eine Stunde dauernden Show des „Sheep World“. In Neuseeland gibt es 43 bis 44 Millionen Schafe, d.h. etwa 11 pro Einwohner. Vor 20 Jahren war die Schafspopulation Neuseelands fast doppelt so hoch wie heute. Neuseeland ist mit einem Anteil von 15% an der globalen Gesamtproduktion der zweitgrösste Wollerzeuger der Welt.
John und seine drei Hunde Sam, Junior und Boy unterhalten uns bestens. Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Hunde mit den Schafen arbeiten. Einer der Hunde treibt die Schafe zusammen, indem er nur wie verrückt auf Kommando des Schäfers herumspringt. Der andere Hund macht die gleiche Arbeit, indem er ununterbrochen die Schafe anbellt. Toll. Danach wird in der Halle ein Schaf geschoren. John sagt uns, wir sehen jetzt den langsamsten Schafscherer der Welt. Aber dafür erklärt er uns jeden Schritt des Schafescherens ganz genau. Dazu erzählt er uns sehr viel Wissenswertes über Schafe und Wolle. Schafe werden normalerweise einmal pro Jahr geschoren, in wärmeren Gegenden auch zweimal. Ein Schafscherer bekommt pro Schaf, das er schert 1.75$ (etwa 1.30 SFr). Der Weltrekord im Scheren liegt an einem Neun-Stunden-Tag bei 700 Schafen, das entspricht einem Schaf in 45 Sekunden! Der Scherer muss das Schaf in bestimmten Positionen halten, um sicherzustellen, dass es ruhig bleibt. Schafe werden geschoren um sie gesund zu erhalten und um Wolle zu gewinnen. Minderwertiges Vlies wird in Filz-und Isolierprodukten eingesetzt. Höherwertiges Vlies wird zu Wolle für Kleidung und Teppiche verarbeitet.
Zur Freude der Farmer hat sich der Wollpreis im letzten Jahr verdoppelt, von 2.00$ auf 4.00$ pro Kilo. Für die Wolle des Merinoschafes bekommt man 28.00$ pro Kilo.
Die häufigste Schafrasse (etwa 60%) in Neuseeland ist das Romney. Sie wird als Lieferant von Fleisch und Teppichwolle gehalten. Der beste Wolllieferant ist das Merinoschaf, dessen Vlies zu hochwertiger Wollkleidung verarbeitet wird. Der beste Fleischlieferant ist das Suffolk-Schaf, das aus England eingeführt wurde. Das beste Milchschaf ist der Ostfriese, eine Rasse aus Holland.
Zum Schluss dürfen ein paar Zuschauer noch ein paar Lämmchen die Flasche geben. Lämmer trinken Milch, bis sie ungefähr 3-4 Monate alt sind. Schafsmilch enthält doppelt soviel Eiweiss und Fett wie Kuhmilch.
Nach der Show besuchen wir noch den dazu gehörenden kleinen Tierpark. Im Restaurant trinken wir etwas und essen dazu Pommes Frites.
Um 13h fahren wir weiter, jetzt ist es leicht sonnig. Über Waipu erreichen wir den Ruakaka Motorcamp, wieder auf der Pazifikküste, etwa 35 südlich von Whangarei. Der Camp ist sehr voll, weil am Montag ein Feiertag ist und die Kiwis das lange Weekend geniessen. Wir bekommen Platz Nr. 1, direkt beim Helilandeplatz. Ein Rundflug mit dem Heli dauert 4½ Minuten und kostet 40$.
Wir machen einen schönen Strandspaziergang und lesen danach an der Sonne. Um 18h ist es wieder total bewölkt und kalt.
Abendessen: Gemüse-Risotto mit Parmesan

Sonntag, 29.Januar 2012: Ruakaka – Sandy Bay
10h20 los, sehr bewölkt!
Unterwegs nach Norden sehen wir wieder sehr viele tote, überfahrene Possums auf den Strassen. Die Possums sind hier eine sehr grosse, aus Australien eingeschleppte Plage und ein echtes Problem.
Wir fahren durch Whangarei bis nach Tikipunga. Hier machen wir eine schöne 1½-stündige Wanderung. Zuerst schauen wir uns die 26,3 m hohen Whangarei-Falls an und laufen dann dem Fluss entlang wo wir schwarze Aale sehen. Wir laufen bis zum Kauri Park, wo es sehr wenige Kauri-Bäume hat, aber umso mehr Totara-Bäume.

Totara ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Steineiben. Sie ist in Neuseeland heimisch.
Die rötlich-graue Borke ist dick, korkig und streifenartig gefurcht
Der Totara ist ein langsamwüchsiger, mittelgroßer bis großer, immergrüner Baum, der Wuchshöhen zwischen 20 und 25 Meter, in Ausnahmefällen auch 35 Meter und darüber erreicht. Damit erreicht er die höchsten Wuchshöhen unter allen Vertretern der Familie der Steineibengewächse. Er ist für seine Langlebigkeit und seinen großen Stammumfang bekannt. Die Rinde schält sich in papierartigen Flocken ab und hat einen purpurfarbigen bis goldbraunen Farbton. Die etwa 2 Zentimeter langen, mattgrünen, flachen Blätter sind steif und ledrig.
Der Zapfen besteht aus zwei bis vier zu einem fleischigen, beerenartigen, roten Arillus (Samenmantel) verschmolzenen Schuppen. Dieser trägt einen oder zwei runde Samen.

Das Holz ist hart, hat einen geraden Faserverlauf und ist sehr fäulnisbeständig. Deshalb wurde es oft für Zaunpfähle, als Unterbau für Fußböden und Eisenbahnschwellen verwendet. Es war auch das wichtigste Holz für die Schnitzereien der Māori.

In Huanui kaufen wir am Strassenrand Früchte. Unter anderem 3 kg Granny Smith Äpfel für 3$ (ca. 75 Rappen /Kilo) sonst sind die immer sauteuer! Und 1 Kilo Aprikosen kostet 4.99$ (3.75 SFr.).
Kurz vor 15h sind wir in der Sandy Bay, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Nach einem Strandspaziergang, wo wir kleinen und grossen Wellenreitern zuschauen, gibt es Kaffee und eine gemütliche Lesestunde neben „Popey“.
Abends lernen wir den Deutschen Jürgen kennen und laden ihn spontan zu einem Bier zu uns ein.
Wir quatschen so lange und so ausgiebig mit ihm, dass wir gar nicht merken, dass um 19h kein einziges Wölklein mehr am strahlend blauen Himmel hängt.
Abendessen: Spiegeleier auf Zwiebeln, Tomatensalat, Brot

Montag, 30.Januar 2012: Sandy Bay
Heute ist ein Feiertag, keine Ahnung, was die eigentlich feiern, Hauptsache frei! Die Sonne strahlt vom Himmel herab. Wir quasseln so lange mit Jürgen, rechts von uns, und mit zwei schottischen Frauen, links von uns, dass wir erst gegen 11h zu unserer Wanderung aufbrechen. Wir laufen auf dem Küstenwanderweg nordwärts, über Stock und Stein, bergauf und bergab. Wir laufen zügig, unter brennender Sonne, und erreichen nach ca. 2½ Stunden unser Ziel, die längste Fussgängerbrücke der Welt (so steht es auf unserer Karte). Bevor wir sie überqueren, essen wir einen Apfel und eine Grapefruit und trinken einen Schluck Wasser. Nun laufen wir über die schmale Brücke. Wie lang sie ist wissen wir nicht, aber sie ist wirklich sehr lang! Kaum sind wir drüben (Paul mit einigen Höhenängsten!), merkt Paul, dass er sein Schweizer-Taschenmesser, das er seit etwa 35 Jahren mit sich herumschleppt, dort, wo wir den Apfel gegessen haben,vergessen hat. Wir laufen sofort wieder zurück über die Brücke und finden das Messer genau dort, wo es Paul fein säuberlich in den Boden gesteckt hat. Nun wollen wir die gleiche Wanderung wieder zurück zur Sandy Bay machen. Aber nach ca. einem Kilometer merken wir, dass wir beide mehrere sehr schmerzhafte Blasen an den Zehen haben. Wir machen Autostopp und ein junger Neuseeländer , 26 Jahre alt, aus Auckland, nimmt uns mit. Ich sitze vorne bei Richard, Paul hinten beim wunderschönen und lieben Hund Rusty. Richard ist Dachdecker und war noch nie auf der Südinsel und überhaupt noch nie aus Neuseeland hinaus. Er macht extra wegen uns einen Umweg von 12 km und wir sind ihm dafür enorm dankbar. Um 15h sind wir zurück in der Sandy Bay, ziehen die Turnschuhe aus und strecken unsere malträtierten Füsse an die Sonne.
Abends kommt ein Deutsches Ehepaar vorbei, das den Sohn der in Neuseeland lebt, besucht. Die beiden tragen einen kleinen Possum mit sich herum. Oh, ist der härzig! Auch wenn die Possums in Neuseeland eine grosse Plage sind!

Dienstag, 31.Januar 2012: Sandy Bay – Puriri Bay, Whangaruru North Head
9h40 los, sehr sonnig. In Hikurangi halten wir kurz um Brot zu kaufen. An der Kasse falle ich fast aus den Crocs! Mein liebster Mann fragt die Kassiererin in korrektestem Englisch:“ Do you have small cigars?“ Na also, es geht also doch wenn er will!
Um 12h05 sind wir auf einem Campingplatz wo fast niemand mehr ist. Morgen sind in Neuseeland die grossen Sommerferien vorbei und die Schule geht wieder los. Es ist herrlich schön hier, direkt am Strand in der Bland Bay, am Pazifischen Ozean. Wir stellen unseren Tisch auf und picknicken direkt am Wasser.
Um 14h kommt der Campwart mit seinem Auto angebraust und sagt uns, dieser Camp koste 18$ pro Person und Nacht. Wir sind entsetzt, für diese gammeligen Duschen, WC's und Küche 36$ zu bezahlen. Das ist unverschämt teuer! Schliesslich sind wir nun schon fast schon Campingplatz-Profis und kennen uns mit den Preisen ein wenig aus. 44$ ist das höchste was wir je bezahlt haben, aber da war die Anlage tiptop und erst noch ein Thermalbad dabei, das wir benutzen durften.
Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren etwa 2km weiter auf den DOC-Camping Puriri Bay bei Whangaruru und bezahlen hier 10$ pro Person. Auch dieser Camp liegt wunderschön, direkt am Meer. Allerdings müssen wir hier KALT duschen, aber alles ist sehr sauber und schön. Im Moment befindet sich hier ein Lager der Whangarei-Girls-Highschool, mit vielen schnatternden Mädchen, die ununterbrochen mit irgendwelchen Aktivitäten beschäftigt werden. Aber es ist lustig ihnen dabei zuzuschauen.
Abendessen: Risotto mit Parmesan, geräucherte Hähnchenbrust, Chabissalat

Mittwoch, 1.Februar 2012: Puriri Bay – Kerikeri
In dieser Gegend soll es Kiwi-Vögel haben, die ja nachtaktiv und sehr scheu sind, aber wir haben nätürlich KEINEN gesehen oder gehört!

Die Kiwis sind flugunfähige, nachtaktive Vögel in den Wäldern Neuseelands.
Der Kiwi ist das National- und Wappentier Neuseelands und als Spitzname die Eigenbezeichnung der Bewohner Neuseelands.

Kiwis sind nicht nur die kleinsten aller Laufvögel, sondern auch in ihrer Morphologie vollkommen von anderen Familien abweichend. Sie sind 35 bis 65 Zentimeter lang, bis 35 Zentimeter hoch und ein bis fünf Kilogramm schwer. Weibchen sind im Schnitt etwas größer und 10 bis 20 % schwerer.
Sie tragen ein braunes Gefieder, das fast wie eine Behaarung wirkt. Den Kiwis fehlt wie allen Laufvögeln der Brustbeinkamm, an dem normalerweise die Flugmuskulatur ansetzt. So haben die Kiwis zwar noch kleine, vier bis fünf Zentimeter lange Flügel, sind aber nicht in der Lage, damit zu fliegen. Die Flügel tragen an den Enden kleine Krallen und bleiben unter dem Gefieder verborgen. Die Krallen haben keine erkennbare Funktion.
Kiwis besitzen keinen Schwanz, was dazu beiträgt, dass sie eine ungewöhnliche ovale Körperform haben. Zu diesem Erscheinungsbild tragen auch die weit nach hinten verlagerten Beine bei. Diese kräftigen Beine tragen, wie bei den meisten Vögeln, vier Zehen; mit ihnen vermögen Kiwis gut und schnell zu laufen. Längere Fluchtdistanzen erübrigen sich aber meist in ihrem unübersichtlichen Lebensraum.
Der Kopf der Kiwis ist relativ klein, der Schnabel sehr lang und nach unten gebogen. Beim Streifenkiwi wird der Schnabel über 20 cm lang. Um im Stand das Gleichgewicht zu halten, stützen Kiwis sich oft auf ihren Schnabel. Kiwis können nicht besonders gut sehen, dafür aber um so besser hören und – eine Besonderheit unter Vögeln – sehr gut riechen.

Wegen ihrer nächtlichen und verborgenen Lebensweise sind die Lautgebungen oft das einzige, was Menschen von Kiwis mitbekommen. Kiwis rufen das ganze Jahr und die ganze Nacht hindurch, außer bei starkem Wind und in sehr hellen Vollmondnächten.
Bei den Rufen handelt es sich um schrille Pfiffe, die bei günstigen Bedingungen bis zu 5 km weit tragen. Während Kiwis diese ausstoßen, strecken sie den Hals und den Schnabel empor. Männchen rufen öfter als Weibchen, und ihre Pfiffe klingen in Tonhöhe und Tonlänge anders.
Die Rufe scheinen hauptsächlich in der Revierverteidigung eine Rolle zu spielen. Sie werden oft von Kiwis der benachbarten Reviere beantwortet.

Kiwis leben auf den drei großen Inseln Neuseelands: Nordinsel, Südinsel und Stewart Island. Es gibt sie außerdem auf zahlreichen kleinen Inseln vor den Küsten Neuseelands; auf den meisten von diesen sind sie aber mit Sicherheit, auf den übrigen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Menschen eingeführt worden.

Kiwis sind ausschließlich nachtaktiv. Am Tag verbergen sie sich in ihren Höhlen und Unterschlupfen, die sie vor Sonnenuntergang nicht verlassen. Kommen sie dann hervor, bewegen sie sich bei völliger Dunkelheit im Schutz von Unterholz und Gesträuch. Dabei orientieren sie sich, für Vögel eher ungewöhnlich, mit ihrem guten Geruchssinn und ihrem Gehör.
Ihr ganzes Leben lang bewohnen die Kiwis ein Revier, das sie mit dem Partner teilen, mit dem sie in Monogamie zusammenleben.
Innerhalb des Reviers legen Kiwis zahlreiche Baue an, die wechselnd genutzt werden. Sie dienen zum Schlafen und in der Fortpflanzungszeit auch als Bruthöhle. Der Eingang ist bis 15 cm breit und meistens unter dichter Vegetation oder zwischen Baumwurzeln verborgen. Ein bis zu 2 m langer Tunnel führt von hier bis zur Höhle, die groß genug ist, um Platz für zwei Kiwis zu bieten.

Als monogame Vögel suchen Kiwis erst einen neuen Partner, wenn der alte gestorben ist. Man hat Kiwi-Paare beobachtet, die über zehn Jahre zusammen verbracht haben. Alljährlich zwischen August und Oktober beginnt für die Kiwi-Paare die Fortpflanzungszeit. Sie jagen dann einander, vollführen Sprünge und sind äußerst ruffreudig.
Zum Brüten wird nur einer der Baue im Revier genutzt, und zwar stets einer, der bereits mehrere Monate oder gar Jahre alt ist, so dass der Eingang mit planzlicher Vegetation zuwachsen konnte. Das Männchen bereitet hierin das Nest vor, indem es Moose und Gräser sammelt und damit die Nisthöhle auspolstert.
Das Weibchen legt dann ein oder zwei, selten drei Eier. Das Ei hat eine gewaltige Größe. Beim Streifenkiwi wird es 13 × 8 cm groß und hat ein Gewicht von 500 g. Dies sind im Verhältnis zur Körpergröße ihrer Erzeuger die größten Vogeleier der Welt - sie erreichen bis zu 30% des Körpergewichts des Weibchens. Beim Streifenkiwi und beim Zwergkiwi brütet anschließend nur das Männchen, beim Haastkiwi beide Geschlechter abwechselnd. Wenn das Männchen allein brütet, schläft das Weibchen in einem anderen Bau, der in der Nähe gelegen ist. Mit 63 bis 92 Tagen dauert
die Brutzeit ungewöhnlich lange. Das brütende Männchen verlässt den Bau jede Nacht, um zu fressen.
Die schlüpfenden Kiwis sehen bereits aus wie kleine Ausgaben der Eltern. Als Nestflüchter wandern sie fünf oder sechs Tage nach dem Schlüpfen bereits umher. Während sie am Tage noch vom Männchen behütet werden, verlassen sie nachts das Nest allein und werden kaum von den Eltern bewacht. Den in Neuseeland eingeschleppten Katzen, Hunden und Wieseln fallen daher sehr häufig junge Kiwis zum Opfer.
Im Alter von 18 Monaten erreichen Kiwis ihre volle Größe und mit zwei Jahren sind sie geschlechtsreif. Ihre Lebensdauer kann über zwanzig Jahre betragen. Im Zoo lebte ein Streifenkiwi sogar 35 Jahre.

10h Abfahrt, sonnig bis leicht bewölkt.
Juhu, die Schule geht heute wieder los!!!
Über Kawakawa, mit einem Pipi-Stopp auf der Hundertwasser-Toilette, und Moerewa, mit Stopp für das Picknick, fahren wir nach Kerikeri. Im Mitre10 (Bau-, Werkzeug-, Garten , Haushalt- und Freizeitladen) kaufen wir einen Schweizer VICTORINOX Kartoffelschäler. Der ist zwar sehr teuer mit 14.29$ (fast 11 SFr.), aber die neuseeländischen Kartoffelschäler taugen nichts und jetzt habe ich mich genug geärgert!!!
Wir fahren zum ausserhalb von Kerikeri gelegenen Miethäuschen von Anne und Werner. Wir haben im Countdown Beefsteaks eingekauft und wollen heute Abend zusammen essen.
Und wir verbringen einen sehr schönen, gemütlichen Abend mit vielen News die wir austauschen. Anne und Werner erzählen uns von ihren Fortschritten und Ärgernissen bei der Renovierung ihrer „sail away“ und wir schwärmen begeistert von unserer schönen Rundreise.
Und: nicht zu vergessen ein grosses Dankeschön an Cousine Alexandra, die uns ganz viele schriftliche gute Tipps zu Neuseeland's Sehenswürdigkeiten mitgegeben hat.

Donnerstag, 2.Februar 2012: Kerikeri – Opua Marina
Es ist sonnig bis bewölkt. Um 10h, nach 18 Tagen und 2241 km und vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen sind wir zurück in der Marina Opua.
Noch bevor wir zur MABUHAY rausfahren, waschen wir 3 Maschinen Wäsche. Im Office fragen wir nach Post für uns. Es ist nichts da! Wir waren überzeugt, vom Immigration Büro in Auckland Post erhalten zu haben. Unser 2.Visa-Verlängerungs-Antrag (von uns am 28.12.11 abgeschickt) wurde noch nicht beantwortet.
Während die Waschmaschinen ihre Arbeit tun, schauen wir uns die „sail away“ an. Ohmann, ohmann, Anne und Werner haben daran geschuftet wie die Sklaven!
Eric von der „Aroha“ holt uns mit dem Dinghy ab und bringt uns zur MABUHAY. Während ich alles im Schiff verstaue, holt Paul per Dinghy nochmals eine Fuhre unserer Sachen im Auto.
Um 17h holt Paul Anne und Werner bei der Werft ab. Wir sind alle bei der „Aroha“ zum Apéro eingeladen. Antje und Holger von der „Freyja“ sind auch da. „Aroha“ und „Freyja“ fahren morgen los zu einer 6-wöchigen Neuseeland-Rundreise und verabschieden sich mit diesem Apéro von uns.


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